Unsere Kameradin und Freundin Hania Szelewicz ist tot

Hania Szelewicz (*1925 - †2016) Foto: Andreas Domma (Berliner Photoart)

Hania Szelewicz (*1925 – †2016) Polnische Befreierin vom Faschimus, Foto: Andreas Domma (Berliner Photoart)

 

Die Polnische Soldatin, Sibirien-Deportierte und Befreierin vom Faschismus war mehrfach zu Gast bei der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA)

Unser Blatt # 61 – Januar 2016, S. 8

 

Die Berliner VVN-BdA drückt ihre tiefe Trauer über den Tod von Hania Szelewicz, unserer Freundin und Kameradin, aus.

Hania Szelewicz wurde am 12. Februar 1925 in Wólka Sobieszynska bei Lublin geboren. 1940 wurde sie mit 15 Jahren, ohne ihre Eltern, vom NKWD nach Sibirien deportiert, wo ihre vierjährige Schwester an Entkräftung starb. In der Taiga bei Irkutsk arbeitete sie als Holzfällerin.

Im Frühjahr 1943 wurde sie mit ihrer älteren Schwester in die 1. Polnische Armee mobilisiert, die, nach Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen der Sowjetunion und der polnischen Exil-Regierung in London, in der UdSSR formiert wurde. Als Funkerin der 2. Polnischen Infanterie-Division „Jan Henryk Dąbrowski“ der 1. Polnsichen Armee kämpfte sie gemeinsam mit der Roten Armee für die Befreiung des deutschen Vernichtungslagers Majdanek, am Pommernwall und beim KZ Sachsenhausen. Das Kriegsende erlebte sie an der Elbe.

Seit 2012 war sie mehrmals Gast der Berliner VVN-BdA beim Tag des Sieges am 9. Mai im Treptower Park. Bei Zeitzeugengesprächen in der Berliner Robert-Jungk-Oberschule, bei Treffen mit deutschen Besucher-Gruppen der Gedenkstätte Auschwitz oder zuletzt beim Empfang durch die SPD-Fraktion im Charlottenburger Rathaus unterstrich sie die Notwendigkeit des Kampfes gegen den wiedererstarkenden Nationalismus und Neofaschismus.

Sie rief zur internationalen Zusammenarbeit für ein friedliches Europa auf und appellierte in einem Dokumentar-Film von Christian Carlsen und Philip Jansen an die Bewahrung demokratischer Werte, die durch den Sieg über den Hitlerfaschismus erkämpft wurden.

In Polen setzte sie sich seit Jahren gemeinsam mit Ada Żurawska für die Erhaltung der Erinnerung an die Frauen-Soldaten der 1. und 2. Polnischen Armee ein. Hania starb nach langer Krankheit am 2. Januar 2016 im Alter von 89 Jahren.

Eine Delegation der Berliner VVN-BdA nahm am 11. Januar 2016 an ihrer feierlichen Beisetzung auf dem Militärfriedhof Powązki in Warschau teil. Kamil Majchrzak ehrte sie dort in einer Gedenkrede.

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